Orgel- und Kulturfahrt nach Polen

Mit dem „Förderkreis Kirchenmusik“ in Nordpolen unterwegs

Studien- und Orgelfahrten gehören seit vielen Jahren zum Vereinsleben vom „Förderkreis Kirchenmusik der St. Martini-Gemeinde“. Ende August startete eine Gruppe von gut 30 Mitgliedern und weiteren Interessierten unter der Leitung des ehemaligen Oberpredigers Dr. Klaus Pönnighaus sowie unseres Kantors Christian Richter zu einer zehntägigen Busreise nach Nordpolen. Bei der Auswahl der Orte und insbesondere der Kirchen, in denen Orgelvorspiele stattfinden sollten, war die fachkundige Beratung durch den polnischen Historiker Bartocz Skop eine große Hilfe.
Die erste Station mit Stadtrundgang war das restaurierte Posen mit seinen lebendigen Plätzen, Bürger- und Krämerhäusern sowie dem Dom. Hier genossen die Gruppe die ersten Orgelklänge dieser Fahrt. Es folgten Führungen mit Museumsbesuchen in der UNESCO-Welterbe und Geburtsstadt des Nikolaus Kopernikus Thorn und im früher ostpreußische Elbing, das in den Folgetagen Ausgangspunkt für weitere Ausfahrten war. Vor der Besichtigung der größten gotischen Burg Europas, der nach schweren Kriegszerstörungen wieder aufgebauten mittelalterlichen Marienburg des Deutschen Ordens, fand ein Besuch in der malerischen Kleinstadt Frauenburg am Frischen Haff statt.
Ein besonderes Ziel war der Besuch der Evangelischen Friedenskirche in Zoppot, in der Bischof Dr. Marcin Hintz die Gruppe über das Gemeindeleben sowie die zum Teil schwierige Diasporasituation der Protestanten im weitestgehend katholischen Polen informierte.
In den folgenden Tagen führten Ausflüge ins Ermland und in die Masuren zur Residenz der Bischöfe dieser Region in Heilsberg und zur sehr typisch polnisch-katholischen Wallfahrtskirche Heilige Linde einschließlich Orgelkonzert.
Etwas ganz Spezielles war die Schifffahrt auf dem Oberländer Kanal – leider bei Regen -, wobei Schiff und Passagiere mit Hilfe von Seilwinden schräg ansteigende Teilstrecken an Land zurück-legten. Beeindruckende Technik aus preußischer Zeit!
Die vorletzte Station war das wieder aufgebaute Danzig, eine architektonische Perle mit der Marienkirche, dem Krantor und den vielen schönen Fassaden einschließlich der typischen Beischläge vor den Hauseingängen. Sehr eindrucksvoll, aber auch bedrückend, der Besuch im dortigen „Museum des 2. Weltkriegs“.
Den Schlusspunkt bildete am letzten Tag der Reise der Aufenthalt in der Hafenstadt Stettin, in der während einer sonnenbeschienenen Führung einige markante restaurierte beziehungsweise wieder aufgebaute historische Bauwerke in der ansonsten kriegszerstörten Altstadt betrachtet werden konnten: unter anderem das Schloss der pommerschen Herzöge, die Hakenterrasse, das Königstor, die Professorenhäuser, das Alte Rathaus, die Jakobikirche, das Stadtmuseum und das ehemalige pommersche Regierungsgebäude im Stil der holländischen Renaissance.
Die Mitreisenden waren sich am Ende darin einig, dass sich die Fahrt durch Nordpolen mit ihren vielen optischen Eindrücken und musikalischen Erlebnissen gelohnt hat. Es wäre nach ihrer Meinung wünschenswert, wenn die Aktivitäten des Förderkreises für Kirchenmusik der St.-Martini-Gemeinde durch den Beitritt weiterer, vor allem auch jüngerer Mitglieder, unterstützt und fortgeführt würden (Kontakt: Kantor Christian Richter/E-Mail: c.richter@lksl.de).

Es grüßt Sie herzlich Christian Meyer.

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